Donnerstag, 30. April 2015

Katz's Delicatessen

Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Schwiegervaters habe ich Katz's Delicatessen in der Lower East Side besucht (205 East Houston Street / Ecke Ludlow Street), um das "weltberühmte" Pastrami-Sandwich zu probieren. In Anführungszeichen deshalb, da der Amerikaner an sich seine Waren oder Dienstleistungen gerne schon mal etwas übertrieben anpreist. Hier nennt man es den "Undisputed King of New York", also den unumstrittenen König New Yorks.



Am Eingang erhält man zunächst ein Ticket. Dann hat man die Wahl zwischen Restaurant mit Bedienung oder Selbstbedienung. Das heisst auf der linken Seite des Gastraumes stehen Tische, an denen man bedient wird. Auf der rechten Seite befindet sich eine lange Theke, an der man sich die gewünschten Speisen und Getränke selbst bestellt und mitnimmt. In der Mitte stehen Tische für alle, die sich für Selbstbedienung entschieden haben - also auch für mich.
 
Nun also ab zur Theke. Erste Station: Sandwich. War ja bereits klar, was ich bestellen würde, ein Pastrami-Sandwich. Frisch aufgeschnitten von der freundlichen Bedienung hinter dem Tresen hat man dann noch die Wahl, ob es mit oder ohne Senf zubereitet werden soll. Habe mich für Senf entschieden. Eine Handvoll saure Gurken dazu, das war's. Ticket vorlegen und der Preis wird eingetragen: $19,75 ohne Steuer. Nicht schlecht für ein Belegtes!
 
Zweite Station: Getränk. Draussen war es frühsommerlich warm und ich war durstig. Also eine Sprite, bitte. Haben sie leider nicht, ersatzweise gab es 7 Up, eiskalt, in der Dose, mit Strohhalm. Ticket: weitere $ 2,75.

Nun einen Tisch aussuchen, hinsetzen und erst mal Bilder machen:



Ein sehr überschaubares Arrangement mit - zugegebenerweise - sehr viel Fleisch. Gefühlte 500 Gramm, superzart und lecker. Das Brot war - für amerikanische Verhältnisse - auch nicht schlecht. Nennt sich Rye, also Roggen, kommt aber eher einem Mischbrot nahe. Zwei verschiedene Sorten saure Gurken und der bereits erwähnte Senf. Das war's. Mit der Monarchie ist es meiner Meinung nach auch nicht mehr weit her in New York!
 
Hier noch ein paar Impressionen vom Restaurant:
 



Falls jetzt jemand auf die Idee kommen sollte, dass die Bedienungsvariante die bessere Entscheidung gewesen wäre: Fehlanzeige! Dort gibt es exakt die gleichen Speisen und Getränke absolut identisch serviert. Preise habe ich nicht verglichen.
Das ganze Lokal hat in etwa soviel Atmosphäre wie eine Bahnhofshalle und ich frage mich ernsthaft, warum es in einer deutschen Fernsehsendung und auch in Reiseführern lobend erwähnt wird. Auch wenn zahlreiche Prominente oder gar US-Präsidenten bereits hier waren, entspricht Katz's Delicatessen doch nicht mehr recht den Ansprüchen der heutigen Zeit. Zugegebenerweise war das Essen lecker, jedoch SEHR fleischlastig und definitiv überteuert.
 
Gezahlt wird übrigens beim Verlassen des Lokals. Man legt sein Ticket vor, die Steuer wird addiert und gezahlt wird in bar - keine Kreditkarte! In meinem Fall dann insgesamt $ 24,50.
Ich bin überzeugt, dass man in einem der unzähligen kleineren Lokale, vielleicht auch ein oder zwei Seitenstrassen abseits der grossen Avenues und Hauptverkehrsstrassen deutlich günstiger Gleichwertiges geniessen kann.
 

Dienstag, 28. April 2015

9/11

I visited Ground Zero with a friend recently. It was not my first time. But everytime I go there I become very sad and emotional. Maybe it is my personal memory of this day. Maybe it is the relative quietness in otherwise always busy downtown Manhattan. Maybe it is all those victims names engraved in the two memorials.
 
Then we went to the 9/11 Memorial Museum.
And all of the above was multiplied: Faces are put to the victims names. Voices recorded from phone calls are added. The helplessness of the world at that day is documented.
 
Literally standing on the foundation of the former WTC 70 feet below ground level artifacts preserved after the clean-up of the site are presented. The events, observations, decisions - some wrong, some right - of 9/11 are told minute by minute. The focus is set on the persons involved: the victims, the awfully few survivors, the  decision makers elsewhere, the media and the watchers all around the globe.
 
It is a very quiet and emotional place. Sadness all about. People whispering in many different languages. No one laughing. Some crying. I was one of them.
 
Last Column


Samstag, 21. März 2015

Out of Africa - Jenseits von Afrika

I believe I know exactly what Pictures played through your minds when you read the title. Do not deny it, you saw Merryl Streep and Robert Redford all dressed in white linen, tent sides flipping in the wind, lush greens and you thought about the big four - lions, elephants, hippos, giraffes. Granted, that is what we have been taught Africa would be like.
 
My pictures of Africa are very different. I think of Military camps, peace keepers with blue helmets, refugees, poverty, hunger and violence. During my last trip to Sudan however, I had the wonderful chance to participate in the university's graduation ceremony and witness the peace pledge signed by more than 500 students. I was invited by the wonderful people to celebrate with them.




My latest trip to Uganda was a bit different though. Uganda is lush green and peaceful. I stayed at a wonderful Hotel with a pool surrounded by palm trees and shuttled back and forth to our logistics base. Evenings would find us sipping fresh juices and viewing Lake Viktoria. I have been able to wear dresses and high heels not my usual hiking boots and Khaki pants.



Now I am back home, Joerg is shoveling the first snow of spring in the driveway and Monday will see me commuting to Manhattan again, I am out of Africa but I am sure to go back and experience this strange unknown and beautiful continent. Next time, I hope to have a bit more time to explore and I will bring a white linen dress.
 
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Ich glaube genau zu wissen, welche Bilder beim Lesen des Titels durch eure Köpfe flimmern. Streitet es nicht ab, ihr habt Merryl Streep und Robert Redford gesehen, ganz in weissem Leinen, Zeltplanen, die sich sanft im Wind bewegen, grüne fruchtbare Landschaften und ihr habt an die grossen Vier gedacht – Löwen, Elefanten, Nilpferde und Giraffen.  Akzepziert, so hat man uns Afrika immer dargestellt.

Meine eigenen Bilder von Afrika sind anders. I denke an Militärlager, Blauhelme, Flüchtlige, Armut, Hunger und Gewalt. Während meiner letzten Reise in den Sudan aber bekam ich die einzigartige Chance an der Abschlussfeier der Universität und dem Friedenseid teilzunehmen, den dort jährlich mehr als 500 Studenten leisten. Ich war eingeladen mit den wundervollen Menschen in Darfur zu feiern.

Meine letzte Reise führte mich nach Uganda. Uganda wo die Quelle des Nils liegt und der Viktoria See eine fruchtbare grüne Landschaft schafft. Uganda ist auch friedlich. Ich übernachtete in einem wunderbaren Hotel mit Pool und Palmen, nutzte ein Shuttle für den täglichen Weg zu unserem Logistik Standort. Am Abend schlürften wir genussvoll frische Obstsäfte auf der Terrasse und betrachteten den riesigen See. Ich konnte meine üblichen Khakihosen und Wanderschuhe gegen Sommerkleider und hohe Schuhe tauschen.

Jetzt bin ich wieder zuhause, Joerg schaufelt den ersten Schnee des Frühlings aus der Garagenauffahrt und am Montag pendele ich wieder nach Manhattan. Ich bin jenseits von Afrika aber ich reise bestimmt bald wieder hin und erlegen diesen fremden unbekannten und wundersamen Kontinent. Beim nächsten Mal, so hoffe ich, werde ich auch ein bisschen mehr Zeit zum entdecken haben und ich nehmen ein weisses Leinenkleid mit.
 
 


Donnerstag, 5. März 2015

One Month Later - Einen Monat später




  
 
One month since the last post - sorry for that! But as you can see, not very much happened since then.
Snow is piling up, icicles are growing and nature is frozen solid. The coldest February since 111 years has been recorded in southwestern Connecticut.
I just finished cleaning the driveway as I am writing this post. And guess what? It's snowing again!!!
 
Ein Monat seit dem letzten post - 'tschuldigung! Aber wie Ihr seht ist nicht viel passiert seit dem. Der Schnee häuft sich an, die Eiszapfen wachsen und die Natur ist fest eingefroren. Es wurde der kälteste Februar seit 111 Jahren im südwestlichen Connecticut notiert.
Ich habe gerade die Einfahrt geräumt, als ich diesen post schreibe. Und ratet mal? Es schneit schon wieder!!!


Montag, 2. Februar 2015

No End in Sight - Kein Ende in Sicht

The Blizzard didn't hit us too hard, but adding new snow every two or three days starts accumulating:

Der Schneesturm hat uns ja nicht mit voller Kraft getroffen, aber neuer Schneefall alle zwei oder drei Tage fängt halt irgendwann an sich aufzutürmen:

Dienstag, 27. Januar 2015

After the Blizzard - Nach dem Schneesturm

Paula and Petra made it home in time. We sat (slept) out the worst part of the blizzard. Now it looks like a "normal" winter day - with just a lot of snow:

Paula und Petra haben es rechtzeitig nach Hause geschafft. Dann haben wir den Schneesturm ausgesessen (verschlafen). Jetzt sieht es aus wie ein "normaler" Wintertag - nur mit sehr viel Schnee:


 

Since yesterday evening everything is very, very quiet: no traffic (travel ban in effect), no pedestrians (as usual), all public institutions, shops etc. closed. People stay at home and just sit it out - there is nothing else you really can do.

Seit gestern ist es sehr, sehr ruhig: kein Strassenverkehr (der Gouverneur hat ein Fahrverbot verhängt), keine Fussgänger (wie immer), alle öffentlichen Einrichtungen, Geschäfte usw. sind geschlossen. Die Leute bleiben zu Hause und sitzen es aus - mehr kann man momentan wirklich nicht tun.

Our neighbor Rich cleaned our driveway with his snowplow. Later Paula wants to build a snowman and we will prepare some Glühwein for the adults. Just making the best of it!!!

Unser Nachbar Rich hat unsere Einfahrt mit seiner Schneefräse geräumt. Paula möchte später einen Schneemann bauen und wir werden den Erwachsenen Glühwein anbieten. Einfach das Beste daraus machen!!!

P.S.: No power outages :-)

P.S.: Kein Stromausfall :-)

Montag, 26. Januar 2015

The Quiet before the Storm - Die Ruhe vor dem Sturm

We are under Blizzard Watch! - Es besteht Schneesturmwarnung!

Starting tonight at 7pm heavy snowfall with gusty winds is expected, bringing up to 30 inches of snow until Wednesday evening. All that falling on top of the snow that is still remaining from last week. Severe conditions are almost certain!

Heute Abend ab 19:00 werden schwerer Schneefälle mit heftigen Sturmböen erwartet. Bis Mittwoch Abend wird mit bis zu 75cm Schnee gerechnet. Und all das fällt auf den noch vorhandenen Schnee von letzter Woche. Heftige Bedingungen sind so gut wie sicher!

There is early dismissal at all schools today and most probably they will stay closed tomorrow. Hopefully Petra will make it back home from New York City in time before the chaos begins. My worst fears are me not being able to pick her up from the train station or the train being stuck somewhere on the tracks.

Alle Schulen schliessen bereits heute Mittag und werden höchstwahrscheinlich auch morgen geschlossen bleiben. Hoffentlich schafft Petra es rechtzeitig aus New York City nach Hause, bevor das Chaos losgeht. Meine grössten Sorgen sind, dass ich sie nicht am Bahnhof abholen kann oder der Zug auf offener Strecke stecken bleibt.

My second largest fear is electricity. Power outages are not uncommon during severe weather conditions. No wonder when you take a look at the power lines: wooden poles carrying the power lines which run directly under trees.
We checked our supplies (food, water, batteries, candles etc.) and should be fine. I just came back from a last minute Shopping trip: bread, fruit and canned soups. The shop was so busy there were no more shopping carts available. Shop assistants expect the store to be closed early today.

Meine zweitgrösste Sorge ist die Stromversorgung. Stromausfälle aufgrund schwieriger Wetterbedingungen sind keine Seltenheit. Kein Wunder, wenn man sich die Stromleitungen hier ansieht: Holzpfähle halten die Stromleitungen, die direkt unter Bäumen entlang verlaufen.
Wir haben unsere Vorräte überprüft (Essen, Trinken, Batterien, Kerzen usw.) und sollten gut gerüstet sein. Ich bin gerade von einem letzten Einkauf zurückgekommen: Brot, Obst und Dosensuppen. Der Laden war so voll, dass es keine Einkaufswagen mehr gab. Die Angestellten gehen davon aus, das heute früher geschlossen wird.

Now I am waiting for my two loved ones to come home safely and that it will not be as bad as some predict it will be. Will keep you posted!

Nun warte ich darauf, dass meine beiden Lieblinge gut nach Hause kommen und es nicht so schlimm wird, wie manche es vorhersagen. Ich halte Euch auf dem Laufenden!